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Die Schattenmärchen

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… bis zur Unendlichkeit, und danach sehen wir weiter!

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Leise Lauten – Der Herzstein

Posted on Juli 29, 2026 by admin
Hallo Freunde,
 
wisst Ihr, nach dem „Gehertze“ mit den 415 Hertz muss ich mal ein kleines Gestädnis ablegen – wieso kann „nur Fian“ eigentlich diesen „Heartstone“ erschaffen dank seiner speziellen Lautenstimmung? Der Hintergrund ist um einiges profaner als man jetzt zu glauben vermag: Man muss jetzt einmal diesen mystischen Aspekt beiseite legen und sich diesen eher nüchternen „Musik-Blog“ anschauen, mit dem ich die ganze Lore ja auch irgendwie begleite. 
 
Da gibt es nämlich tatsächich 2 Geschichten, und die eine hat sich tatsächlich so ergeben:
 
Der Hintergrund
 
Ich hatte vorher schon andere Musikinstrumente aus „der Mittelalterszene“ von Bouzouki bis Geierleier von Bandurria bis Dulcimer, von … Gitarre bis … ach die Liste ist echt endlos , und auch jetzt habe ich noch einen enormen Fuhrpark an Instrumenten, die ich ja auch gerne zur Hand nehme und spiele:
 
Aber alle Instrumente hatten immer Gemeinsamkeiten, 
 
– Stahlsaiten
– große Saitenspannung
– moderne Drehwirbel
 
Die Laute war anders, genau das Gegenteil, sie braucht Luft zum Atmen, Raum zum Erforschen, und einen Spieler, der ihr nicht einfach einen Willen aufzuzwängt.  Ja, kann man machen, und nein, dann wird sie nur pflichtbewusst ihren Dienst tun, aber das Besondere ist ja gerade, das gerade eine Laute subtile Fehler im Klangbild macht, und genau das Spiel mit der resultierenden Disharmonie diesen silbrigen Klang hervorruft. Das hat mich in der Anfangszeit echt zur Verzweiflung gebracht. … 
 
Und genau hier liegt die eigentliche Wahrheit über den Herzstein und warum ausgerechnet eine Laute:
 
Fian hat – so will es die Geschichte – bei seinen einsamen Streifzügen durch die endlosen Wälder einen sterbenden Barden mit einer alten Weidenlaute gefunden. Es war ein herausragendes Instrument, und durch ihr Alter war die Laute etwas ganz besonderes.  Der Barde hatte sie seinerzeit auf einem ähnlichen Weg in seine Obhut genommen, nämlich, ihr Lied möge nicht verklingen. Fian versprach dem alten, im sterbenden liegenden Barden aufrichtig, dass er auf die Laute aufpassen werde, dass ihr, also der Laute, kein Leid widerfahren werde und sie wird ihre Lieder noch singen, lange nachdem der alte Barde nicht mehr unter den Lebenden weilt.
 
Als der alte Barde dies hörte, löste sich eine Freudenträne aus seinen müden Augen, und er verließ diese Welt. Fian – keine Ahnung von gar nichts, hielt jetzt also diese Laute in seinen Pfoten und war entschlossen ein Versprechen im Angesicht des Todes zu erfüllen. Und kurbelte (genau wie ich)  zunächst ziel- und planlos an den Wirbeln herum mit sehr, ja, nennen wir es zweifelhaften Ergebnissen in der Kunst der Darbietung.
 
Und dabei ist er auf eine Saitenstimmung gestoßen:
 
  1. Die Laute so derartig zerstimmt, das sie aus igrendeiner Laune heraus eine totale Harmonie produzierte, weil er mit
  2. absoluter Unkenntniss  aber aufrechter und ehrlicher Neugier an einem Ort Harmonien suchte, wo es eigentlich nichts zu suchen gäbe.
 
Das ist übrigens auch die Erklärung von dem Lied „Child of the Moon“, warum tatsächlich kein „anderer Barde“ jemals dieses Kunststück vollbringen kann, diese Saiten anzustimmen. Ja, natürlich nicht, wenn man ein Instrument so derart gurkig stimmt, und dann mit Gefühl und Geduld einen Weg findet, mit der Laute zu gehen, kein Wunder…
 
Für Fian sind also mehrere Zufälle aufeinander eingetroffen:
 
Der Resonanzraum dieser alten Weidenlaute, die zufällig von einem sterbenden Barden weitergegeben wurde, ging an jemanden, der einen Platz in einer eigentlich nur feindlichen Weld suchte. Dieser hat aufrichtig die Laute in Empfang genommen und war vor sich selbst durch sein Versprechen gebunden, was ihm einen Weg eröffnete, und an den Wirbeln gebastelt und herumgekurbelt. Bei einem seiner Experimente hat er als Folge das erste Mal einen aufkeimenden Herzstein erschaffen, bei der zwei bei ihm sitzenden am Feuer eigentlich über etwas sehr blutiges und unrühmliches gesprochen haben, wärend er mit seinen Lieder vor sich hin spielte. Für einen unbeteiligten auf der anderen Seite des Feuers ergab sich jetzt ein sureales Bild:
 
Das Ganze wirkte wie eine Liebesromanze, was sich unter den Wölfen heurmsprach als „Wunder des Mondkinds“. Kann man so sehen, Fian als Halbfuchs/Halbwolf ist ja durch direkten Einfluss der Mondin  entstanden, was die Sache ja auch nicht abwegig machte. Auf jeden Fall, Fian hat daraufhin angefangen, sich mit dem Phänomen auseinanderzusetzen, bis er die richtige Saitenstimmung fand. 
 
Warum das kein weiterer Barde außer ihm kann, erklärt sich damit eigentlich auch von selbst:
 
Es kam schlichtweg keiner auf die Idee, so einen Unsinn zu tun.
 
Theoretisch könnte es also jeder, es muss auch nicht unbdingt diese Laute sein, solange man sie „korrekt“ eingestellt hat. Und da liegt das Problem… Genau diese komische Stimmung funktioniert eben nur bei dieser alten Laute und jeder, der normal spielen gelernt hat, wird damit auch nicht umgehen können.
 
Fian kann es nur, weil er sonst nichts zu tun und sich damit auseinander gesetzt hatte.  Die Mondin hatte ihn dann Konsequenterweise auch irgendwann für seine grenzenlosen Mühen belohnt, indem er einen Herzstein beschwören.
 
 
Jetzt kommt die spannende Frage: Wie kommt man auf so einen „Herzstein-Unsinn“ der dann innerhalb der Lore Bedeutung gewinnt?
 
Das wiederum ist tatsächlich – oh jetzt werde ich sentimental –  einigen wir uns auf mehr Jahre als ich da genauer drauf eingehen will,…
Nagut, also das war 2010 oder 2011 auf einem Mittelaltermarkt passiert:
 
Zwei Liverollenspieler an unserem Mittelalterfeuer saßen und ignorant ihr eigenes Charakterspiel betrieben. Sei ihnen gegönnt gewesen, aber einer hat dem anderen erzählt, wie die obligatorischen Orkbanden durch seine Heimat marodierten, sein Dorf überfielen und gab in einer erstaunlich bildhaften Sprache seine Version Horror-Dark-Fantasy-Background-Story zum Besten, warum er so ist wie er istKurz gesagt, der Typ ging mir mit seinem hochgeradig passiv-agressiven Charakterdesign labernderweise ordentlich auf die Nerven.
 
Damals saß ich dort am Feuer mit einer Bandurria (einer spanischen Version von einer Laute) gehabt, die ich in Vorfeld  – lustigerweise wie Fian – aus Unkenntnis völlig misshandelt hatte, um sie auf eine irische diatonische Stimmung zu ziehen. Das hat Wochen gedauert, bis das endlich soweit funktionierte und erstaunlich gut klang. Was mich aber danach vor allem beeindruckte, war dieser helle durchklingende und klare klang, der buchstäblich einem durch die Sprache fahren konnte.
 
Naja, auf jeden Fall, ich habe dann angefangen, mit dem hellen silberklang seine Horrorgeschichte methodisch zu untergraben.
 
War auch nicht weiter schwer, ich ihn einfach mit meiner stillen Begleitung zunächst im Hintergrund auf mein Rythmus gezwungen, und er hat das mit dem Sprechgesang, den er dadurch anstimmte „so“ nicht gemerkt. Und im Anschluss musste ich nur noch zart durch die Saiten Streichen, um den Charakter seiner Aussagen vollständig zu sabotieren.
 
Und es kam, wie es kommen musste:
 
Auf der anderen Seite saß einer, der hat diese ganze Situation angesehen, und neugierig verfolgt, wie das dominate Klangvolumen der Bandurria die Sprechstimme erst kaperte, und dann fließend überlagerte. Man  konnte also auch nicht mehr so unbedingt verstehen, was er da von sich gegeben hat.  Was zuguterletzt auf der anderen Seite ankam, war das spannende:  Eine gar liebreizend-säuselnde Liebesgeschichte offenbarte sich um Ruhm und Verrat und Ehre und was nicht alles vor einem epischen Schlachtenszenario. Irgendwann stand er auf, kam rüber und flüsterte mir folgendes zu:
 
So eine unglaubliche Bardenperformance habe er noch niemals zuvor erlebt. Er zieht den Hut vor mir, das war wahre Bardenkunst. Nicht, weil ich der Beste war, oder der Lauteste, sondern weil ich in der Stille zwischen den Tönen einen Raum gab. 
 
Vergesst niemals, meine Freunde:
 
Musik und Töne sind manchmal im Verborgenen und in der Stille selbst etwas ganz besonderes.
 
Und ja, das Ursprung des „original Herzsteins“ und es ist mir nie wieder in dieser Perfektion gelungen. Macht aber nichts, denn ich habe es erlebt, und das ist etwas ganz besonderes.
 
In diesem Sinne zum Abschied noch ein kleiner Spoiler:
 

Die weiße Wölfin hatte niemals geplant in den Herzstein zu laufen, und Fian hatte auch nicht mit purer Absicht einen beschworen um sie aufzuhalten. Aber die Entscheidungen, die dann getroffen wurden, ändern den Charakter. Lest die Geschichte über die Wahrheit des Waldes mit diesem Hintergrundwissen noch einmal, und vergesst nicht, das Lied genau anzuhören, da ist nämlich etwas versteckt, was nicht geschrieben steht, es geht um Entscheidungen und ihre Konsequenzen. Daraus ergeben sich erkenntnisse, mit der die Folgeereignisse auf einmal in einen ganz anderen Kontext geraten, aber ich will hier nicht vorgreifen, viel Spaß beim Suchen 🙂
 
 
Auf Bald, werte Reisende … 
 
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