Skip to content
Die Schattenmärchen

Die Schattenmärchen

… bis zur Unendlichkeit, und danach sehen wir weiter!

Menu
  • Sydt Wilkummen, Rysender*
  • Medien
    • Follow me on Spotify
    • Follow me on TikTok
    • Merchandise
  • Sonstiges
    • Fians Lute Tuner
    • LINKS
    • Über uns
Menu

Ein Lied von der Wahrheit des Waldes

Posted on Juli 23, 2026Juli 23, 2026 by admin
 
Tretet näher heran, liebe Reisende, und wärmt euch an der Glut. Wenn der Nebel der Nebelwälder  dicht werden und die Schatten zwischen den alten Bäumen tanzen, tut es gut, das Licht miteinander zu teilen. Oft sitze ich still in den schummrigen Ecken der „Dark Tavern“, dem alten Zufluchtsort unseres Waldes, und lausche den Liedern, die man dort sing.
 
Es sind aufregende Geschichten, geflüstert bei einem Becher heißen Met.
 
Wisst Ihr, mean erzählt sich dort eine Legende über mich. Man singt davon, ich hätte in jener schicksalhaften Nacht die große weiße Wächterin des Nordens mit einem Bardenstreich überlistet. Ich hätte ein raffiniertes Netz aus Worten gewoben, die uralte Magie ausgetrickst und die Tinte für unser Schicksal selbst gemischt, um sie wahrlich in meinen Bann zu erzwingen.
 
Es ist eine schmeichelhafte Geschichte, und ich lächle oft, wenn ich sie höre. Doch obacht denn sie birgt eine Gefahr für jene, die sie glauben. Wer denkt, er könne den ewigen Wald mit List und Tücke bezwingen, der versteht das Herz der Nebelwälder nicht. Denn der Wald ist uralt, weise und lässt sich nicht von einem leuchtenden Verstand blenden.  Lasst mich euch heute die wahre Geschichte erzählen:
Doch sie handelt nicht von einem schlauen Barden, der die Natur besiegte. Sie handelt von einem Moment, in dem die Welt den Atem anhielt, weil zwei Seelen aufhörten zu kämpfen, und stattdessen einfach nur wahrhaftig waren.
 
Wisst Ihr …
In jener Nacht lag der Nebel schwer und feucht über dieser schicksalhaften Lichtung.
 

Aber hört selbst, ich habe meine Laute für Euch gestimmt, lauschet den Worten, mögen Sie Euer Herz erfreuen, werte Reisende:

 
https://schattenmaerchen.de/wp-content/uploads/2026/07/The-white-wolf-Fians-Tribute.mp3

And yes, for our English speaking travelers: Thy may follow this link: fian-the-bard.com


 
Die Kälte kroch mir in die Knochen, und das kleine Feuer vor mir war mein einziger Trost in der weiten, dunklen Welt. Ob mein Herz war damals schwer von einer stillen, tiefen Einsamkeit war, das vermag ich nicht zu sagen. Aber was ich weiß, as Wesen zweier Welten, geboren aus der Linie der Wölfe und Füchse, geduldet und verstoßen zugleich, war ich ein Fremder im eigenen Land. Dafür  wusste ich fürwahr , wie der Wald atmet.
Ich wusste, dass seine Natur ein endloser Kreislauf ist, in dem ein Leben oftmals ein flüchtiger Hauch bleibt. In dieser Nacht hatte ich das Gefühl, dass mein Weg ein Ende finden würde. Fragt mich nicht warum, doch ich hatte keine Angst. Das Schicksal klopft eines Tages seine dumpfen Trommeln und alles was bleibt, ist der eigene Frieden, wenn die Zeit des großen Abschied ward gekommen.
Und ja, ich weiß nicht, warum, aber ich Ich spürte, dass in dieser dunklen Nacht etwas durch den Wald glitt, majestätisch, unausweichlich und älter als die Bäume selbst. Und in seinem erhabenen Schatten folgte eine große weiße Wölfin, die Wächterin der eisigen Nächte.
Ich wusste, sie kam nicht aus Boshaftigkeit, denn der Nebelwald kennt keine Grausamkeit um der Grausamkeit willen:
 
Wenn der Winter kommt, fällt das Laub, und wenn die Wächterin jagt, folgt sie nur dem uralten Ruf der Mondin und dem kühlen Zelt der Sterne.  
 
Und wenn eine Wölfin im Schatten der ewigen Nacht jagd, nun … Ich schloss die Augen und wartete darauf, wieder eins mit der Erde zu werden.
 
Ich wusste, sie war da, denn der Wind erstarb.  Selbst die fernen Rufe der Nachtvögel verstummten, als ob der gesamte Wald in Ehrfurcht versänke.
 
Dann sah ich sie. Und sie sah mich. 
Nur wir. und Stille.
 
Lautlos, weich wie fallender Schnee und so fließend wie Wasser, das über kühle Steine gleitet, trat eine weiße Pfote in den silbernen Schein der

 Mondin. Sie brach nicht knurrend aus dem Unterholz. Sie kam nicht als reißende Bestie. Sie stand einfach am Rand der Lichtung, in einem beinahe unwirklichen Licht, weißes Fell zum Leuchten brachte. Sie neigte sanft den Kopf. Ihre Augen trafen die meinen.
 
Es waren Augen wie das kühlste, reinste Glas, das jemals im Winterfrost erstarrt ist. In diesem Blick lag keine Wut, kein Urteil, keine Gier. Es war ein Blick von so unendlicher, zeitloser Weite, dass ich das Gefühl hatte, in den Nachthimmel selbst zu schauen. Sie stand vollkommen still, und ihr Atem wurde zu weißem Nebel in der kühlen Luft zwischen uns. In ihren Pfoten ruhte in diesem Moment mein Schicksal.
 
Sie war gekommen, um zu vollenden, was der Wald verlangte.
 
Und doch, ich hatte in diesen Momenten die Ewigkeit vor Augen, eine Ewigkeit der Entscheidungen. Werde ich klug sein, mit ihr zu feilschen, ihr Bedingungen zu stellen oder mein Leben mit schlauesten Worten verteidigen? Oder aufstehen und heldenhaft kämpfen, nur um Ende gebrochen am Boden zu liegen aber stolz es versucht zu haben? Nein,  wäre der Zauber dieser Nacht zerbrochen. Die Wächterin des Nordens sieht durch jedes Possenspiel. Sie blickt dich nicht an, sie blickt in dich,  die Eitelkeit eines Herzens, noch bevor ein Wort gesprochen ward.  Hätte ich sie ausgetrickst, hätte ich das Heilige entweiht, aber es hätte in dieser Nacht wahrlich nichts geändert.
 
Und so…  traf ich meine Wahl vor ihr, und mein Geist war leer von jedem Stolz.
 
Ich wollte sie nicht bekämpfen, und ich wollte nicht vor ihr fliehen. In Angesicht dieser wilden Schönheit des Waldes empfand ich nichts als tiefe, uneingeschränkte Demut. Und … ergab mich dem Moment.
 
Ich hob meine alte Weidenlaute. Meine Pfoten zitterten nicht, als ich die Saiten berührte. Ich stimmte sie nicht an, um einen Bann zu weben oder ihren Verstand zu trüben. Die Melodie, die an jenem Feuer sich erhob, war kein Pakt und kein geschriebener Vertrag. Sie war einfach nur die reinste, ehrlichste Wahrheit meiner Seele. Ich hielt ihr mein Leben nicht als Forderung hin, sondern als ein leeres, weißes Blatt.
 
Ich sang von der erhabenen Stille, von der wandernden Wächterin im Schatten und von dem Frieden, der entsteht, wenn man aufhört, gegen den Strom der Welt anzuschwimmen. Es war ein Lied nicht für mich, sondern mein letzter Tribut für all jene die durch mein Tribut morgen erwachen werden. Und während die Töne der Laute sich mit dem Knistern der Glut vermischten, geschah ein Wunder, das sich nicht mit dem Verstad oder List zu erfassen wäre.
 
Eine stumme, kalte Gnade der Mondin senkte sich aus dem endlosen Himmelszelt herab und tauchte uns beide in ihr tröstendes, silbernes Licht. Es war, als ob die Sterne aus der Unendlichkeit direkt auf uns, sie und mir, auf dieser unbedeutenden kleinen Lichtung tief in einem Wald ruhten. Und der Wald war für einen Wimpernschlag in der Unendlichkeit kein Ord für eine Jagd.
 
Die Wölfin stand dort, regungslos wie eine Statue aus Schnee und Sternenlicht. In ihren klaren Augen sah ich, wie die Melodie sie berührte.
Sie lauschte. Still. Aufmerksam. Für eine Ewigkeit schien das Herz der Welt stehen zu bleiben. In dieser Melodie, getragen von tiefstem Respekt, fand sie einen Frieden, den sie – so glaube ich – in ihrem unendlichen Wachen über den eisigen Wald noch nie zuvor gefunden hatte.
 
Sie hatte jedes Recht, mich zu nehmen.
 
Die ewigen Mächte hätten nicht gezürnt, wenn sie den ewigen Kreislauf vollendet hätte. Doch sie erkannte im silbernen Blick der Sterne, dass dies nicht der Moment für ein Ende war. Sie spürte, dass der Frieden, den wir in diesem Kreis erschaffen hatten, zu kostbar war, um ihn zu brechen.
Und dann, mit einer Sanftmut, die mich noch heute ehrfürchtig macht, traf sie ihre Wahl. Sie ordnete ihre eigene wilde Natur der Stille dieses magischen Augenblicks unter. Ohne ein Wort, ohne ein Drohen, prägte sie sich mein Gesicht und meinen Duft ein.
 
Dann, so leise, wie sie gekommen war, zog sie sich in die Dunkelheit zurück. Eine wahre Königin, ein freier Geist, der den Kreis des Feuers ehrte und von Blut verschonte. Das Feuer brannte langsam nieder, bis nur noch leuchtende Asche in der Morgendämmerung übrig war. Ich saß noch immer dort, die Laute auf den Knien, gezeichnet von einer Begegnung, die mein Leben für immer veränderte.

Deshalb, meine Freunde, lächle ich, wenn man mich in der Taverne einen gerissenen Barden nennt.
Die wahre Magie des Nebelwalds lässt sich nicht erkaufen. Ihr könnt die Mächte der Mondin nicht mit Eitelkeit blenden oder mit großen Worten an euch binden. Denn es war schon immer, dass jener, der mit List an die Natur herantritt, wird nur Kälte finden. Ich bin nicht am Leben, weil ich die Herrin des Waldes überlistet habe. Ich bin am Leben, weil ich bereit war, vor ihr alles aufzugeben, was ich zu sein glaubte.
 
Wer den Mut hat, sich der Welt ohne Rüstung, ohne Lügen und ohne Stolz zu zeigen, dem gewährt die Wildnis manchmal den wunderbarsten aller Schätze: Eine stille, unendliche  Gnade.
 
Das Feuer wärmt uns für diese Nacht, und meine Lieder sollen euch begleiten.
 
Habt keine Furcht vor den Schatten da draußen – begegnet ihnen mit einem ehrlichen Herzen, und vielleicht blickt auch euch eines Tages ein Paar Augen an, weise und ruhig wie kühles Glas, das euch nicht das Ende, sondern einen neuen Anfang schenkt.
 
Euer Fian 🙂

1 thought on “Ein Lied von der Wahrheit des Waldes”

  1. Pingback: The truth about the forest | Fian The Bard

Comments are closed.

  Passwort vergessen?
Juli 2026
M D M D F S S
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728293031  
« Juni    

Beiträge

Neuzugänge

  • Ein Lied von der Wahrheit des Waldes
  • Das kalte Licht der Pyren
  • Fians Welt: Das Liedgut
  • Fians Welt – Die Königin des Nordens
  • Fians Welt – Lores of Mistwood

Nach Kategorie

  • Alle Beiträge
  • Beliebte Artikel
  • Fians Lautenmusik
  • Fians Welt – Lores of the Mistwood
  • Fotos und Bilder
  • Gaming
  • Geschichten und mehr
  • Märchen
  • Outdoor & Co.
  • Senfkultur
  • Simulator
  • Snowboarding
©2026 Die Schattenmärchen | Built using WordPress and Responsive Blogily theme by Superb