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Die Schattenmärchen

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… bis zur Unendlichkeit, und danach sehen wir weiter!

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Der Apfelbaum

Posted on Oktober 4, 2026 by admin

Die ersten Sonnenstrahlen weckten Fian.

Er streckte sich in seinem Bett gemütlich aus und genoss noch einen Moment das warme Licht, dass durch sein Fenster auf ihn fiel. Ja, irgendwie waren die letzten Wochen schon eigenartig. Oder waren es schon Monate? Er konnte sich nicht mehr erinnern, … Also einigte er sich am Ende mit sich selber, dass es wohl eine Ewigkeit gewesen sein musste, und gefühlt schon immer so war, dass diese weiße Schönheit in sein Leben getreten ist und alles auf den Kopf gestellt hat. Ja, und jetzt war da noch dieser neue Wolf aufgetaucht, der ihr offensichtlich Anweisungen geben konnte. Er dachte so in dem Sonnenlicht noch eine ganze Weile darüber nach und kam zum Schluss, dass sein Leben niemals zuvor interessanter war als jetzt.

Und das war vielleicht auch die Lösung auf die große Frage von diesem Fresco: Was Fian sehen konnte, war einfach nur ein spannendes Leben und mittlerweile war er neugierig, wie es weitergehen würde. Und Fian ging jede Wette ein, wenn er das Vela mitteilen würde, und da viel ihm ein, er hatte sie nie gefragt, wie er sie jetzt nun ansprechen dürfte, also jetzt, wo er ihren ganzen Namen wüsste. Und da war noch das mit der „Vel-Gurke“, aber Fian vermutete schon, dass es darauf wohl keine Antwort geben würde, sondern eher eine ihrer … *unvermittelt krachte es draußen in seinem Garten ganz furchtbar, als ob jemand krallen auf Holz zerschmettert hatte* Er beschloss, aufzustehen und nachzuschauen.

Als er and er Küche vorbeikam standen auf dem Tisch zwei Tassen mit dampfenden Tee und frische Pilze mit Waldkräutern sowie frisches Dachsbrot mit Butter. Fan klappte neugierig seine Ohren nach vorne und flüsterte leise „was zum…“, als es wieder in seinem Garten so furchtbar krachte. Also ging er Richtung Terrassentür und schauet neugierig hinaus. Draußen war Vela mit Training beschäftigt: Sie zerschlug mit ihren bloßen Klauen Holzscheite während Sie mit geisterhafter Geschwindigkeit Kampfbewegungen durch den Garten vorführte. Als Sie Fian bemerkte blieb sie stehen, und sah ihn an mit einem blauen Funkeln in ihren Augen. Sie atmete kurz tief durch und zerschlug mit einem harten Hieb einen besonders großen Holzscheit. „Guten Morgen, du Schlafmütze“, sagte sie ruhig und das Funkeln in Ihren Augen verschwand.

Fian sah sich um: „Wo kommen die ganzen …“ – „Ach, ich konnte nicht wirklich schlafen, da habe ich im Wald ein paar Holzscheite gesammelt für das Kampftraining.“, antwortete Sie und sah ihn an. „Ich hoffe, das war in Ordnung?“ Fian stutzte. „Öhm, … hast Du mich gerade gefragt ob…?“ Sie streckte sich kurz noch einmal und legte sich dann unter den Apfelbaum in das frische Moos. „Ich mag den Platz unter dem Apfelbaum hier. Ich frage mich, ob der Baum viele Äpfel trägt.“

Fian sah sie irritiert an. „Eigentlich schon, aber dieses Jahr war die Ernte etwas mager.“, antwortete er. Sie sah zum Apfelbaum hinauf und meinte dann nach einer endlosen Stille: „Ich hatte nie einen Apfelbaum, in den Bergen wächst keiner.“ Fian legte seine Ohren schüchtern nach hinten. „Darf ich eine Frage stellen? Naja sagen wie zwei Fragen, …“ Sie setzte sich auf und schaute ihn an. „Sind es gute Fragen?“, fragte sie mit aufmeksam aufgestellten Ohren. Fian überlegte. „Ich finde sie wichtig.“ sagte er nach einer kurzen Zeit. „Nun,…“, antwortete die Jägerin des Nordens, „dann hol uns doch etwas Tee, und dann setz dich zu mir.“ Fian drehte sich um und ging in die Küche.

Dann überlegte er es sich kurz, und wollte einen Abstecher in das Lager machen. Dann überlegte er es sich abermals, kehrte zurück und sagte, dass er kurz in den Keller guckt, ob noch Äpfel unten liegen. Dann verschwand er in den Keller und kam mit einem Apfel wieder zurück, den er ihr von der Terrassentür zuwar. Sie glitt wie Wasser über den Boden um den Apfel zu fangen. „Also das Werfen üben wir noch mal bei Gelegenheit.“, kommentierte sie seinen Wurf. Fians Ohren zuckten kurz beschämt, und dann holte er die Teetassen von dem Küchentisch.

So saßen sie nebeneinander.

Sie spielte mit dem Apfel und er nippte verlegen an seinem Tee und beobachtete Sie dabei. Schließlich fragte sie: „Und? Welche beiden Fragen hast Du?“ Fian stellte seinen Tee ab und sah sie beschämt an. „Also, ich wollte fragen .. nun, ich, ach nicht so *AU!*“ Sie zog ihre Pfote von seiner Schulter weg. „Ich habe gesagt lass das! Worte kann man nicht zurücknehmen“, funkelte sie ihn an, „und stell deine Frage.“ Er rieb sich die Schulter und dachte nach. dann holte er Luft und „AU! Wofür war das jetzt?“ „Sie zog ihre Pfote wieder zurück von seiner Schulter. „Du wolltest eine andere Frage stellen, oder?“ fragte sie mit einer eisigen Kälte in der Stimme. Er sah sie an und dann an ihr vorbei. „… Nein?“ Als Sie die Pfote wieder hob, sagte er schnell: „… Gewissermaßen.“ und duckte sich tatsächlich rechtzeitig, bevor ihre Pfote ihn wieder traf. Sie sah ihn aufmerksam an. „Lernen wir gerade was neues?“, fragte sie, und ein leichtes Lächeln huschte über ihr Gesicht. Dann wurde sie wieder ernst. „Und jetzt raus mit der Frage.“ Fian sah zu Boden, und überlegte, welche der beiden Fragen er zuerst stellen sollte.

Und entschied sich für „Wie darf ich dich jetzt eigentlich nennen? Ich eine, es gibt da viele lyrische Optionen, aber … “ „Vela.“, antwortete sie knapp. „Was du gehört hast. Das reicht. Und die zweite Frage?“ – „Vela, as ist ein schöner Name, woher kommt er?“ rutschte ihm raus und saß anschließend steif im Moos. „Ich hab es wieder gemacht, ich habe…“ Vela legte ihm ihre Pfote sanft auf das Bein und antwortete leise: „Ja, hast du, und wir werden daran arbeiten. Versprochen.“ Und dann warf sie den Apfel hoch um ihn mit einem geschickten Hieb mit ihrer Klaue in zwei Teile zu spalten, und gab Fian die Hälfte. „Und um die Frage zu beantworten, das ist ein Sternbild. Als ich geboren wurde, blickten meine nach oben und gaben mir einen Namen nach den ersten Sternen, die sie sehen konnten. Vela.“ Dann biss sie in ihre Apfelhälfte und wechselte das Thema: „Dein Apfelbaum hat gute Früchte.“

Fian schaute vorsichtig zu Ihr herüber und meinte leise: „Hallo Vela, ich bin Fian. Ich freue mich, dich kennenzulernen.“ Velas Ohren zuckten kurz und dann nahm sie seine Pfote ganz offiziell: „Hallo Fian.“ Und sah ihn erwartungsvoll an. Nachdem Fian nichts mehr antwortete mit schüchtern zur Seite gekippten Ohren nahm sie einen tiefen Schluck Tee und legte sich entspannt zurück ins Moos. „Naja eigentlich wollte ich wissen, was das mit dem Brot und den Pilzen und den Waldkräutern auf dem Tisch soll, und dann zwei Teetassen mit warmen Tee und so.“, stieß Fia notgedrungen raus.

Vela stützte sich auf ihre Ellenbogen und richtete sich leicht wieder auf. „Und, was denkst du, was das sein soll? Frühstück vielleicht?“ Fian sah in seine Teetasse. „Ja, aber warum sollte die Jägerin des Nordens in meiner Küche Frühstück machen…“ sagte er leise. Vela legte sich in das Mosse zurück ud streckte sich: „Ja, das ist die interessante nicht gestellte Frage, oder? Aber wer um zwei Fragen bittet, und vier Fragen hat, muss sich nicht wundern, dass die Hälfte aller Fragen immer unbeantwortet bleiben.“

Fian seufzte und stand auf. „Ich gehe dann mal das Frühstück für uns holen.“

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