Das rustikale Frühstück
Ein rustikales Fladenbrot ohne Hefe, gebacken in der glühenden Gusseisenpfanne. Dachse sind ungeduldige Gesellen von mürrischem Gemüt. Sie haben weder die Geduld noch die Muße, darauf zu warten, dass ein Hefeteig in der Wärme geht. Sie wollen ihr Brot schnell, nahrhaft, dicht und bestrichen mit einem kühlen, scharfen Kräuterquark, der die Lebensgeister weckt. In der Dunklen Taverne ist dieses Brot ein bewährtes Mittel, um hitzige Gemüter am Tisch im Zaum zu halten.
Die Zutaten aus Vorratskammer und Garten:
2 Becher feines Weizenmehl
1 Teelöffel Triebsalz (Weinsteinbackpulver)
1 Teelöffel feines Steinsalz
¾ Becher lauwarmes Quellwasser
2 Esslöffel zerlassene Butter (oder gutes Pflanzenöl)
200 g fetter Landquark (oder dicker Joghurt)
1 Bund frischer Schnittlauch und Petersilie (fein gehackt)
4 knackige Radieschen (hauchdünn gehobelt)
Die Zubereitung:
Den Teig wirken:
Nehmet eine irdene Schüssel und vermischet darin das Mehl, das Triebsalz und das Salz. Gießt das lauwarme Wasser und die zerlassene Butter hinzu. Rühret mit einem Holzlöffel kräftig um, bis sich die Zutaten zu einem groben, klumpigen Teig verbinden.
Die Knetarbeit:
Streut eine Handvoll Mehl auf die hölzerne Tischplatte. Stürzt den Teig darauf und knetet ihn mit kräftigen Pfotenschlägen etwa zwei Minuten lang, bis er geschmeidig und glatt wird. Teilt den Laib sodann in vier gleich große Kugeln und drückt diese zu flachen, runden Scheiben flach.
Das Backen in der Glut*:
Bringt eine schwere, gusseiserne Pfanne über den heißen Kohlen des Herdes zum Glühen (benutzt kein Fett, die Pfanne muss trocken sein!). Backt jedes Fladenbrot zwei bis drei Minuten pro Seite, bis der Teig Blasen wirft und an den Rändern dunkle, knusprige Flecken vom Feuer bekommt.
Die kühle Decke:
Verrührt den herben Landquark mit den frisch gehackten Gartenkräutern. Bestreicht die noch dampfenden, heißen Fladenbrote großzügig mit dieser kühlen Pracht.
Der scharfe Biss:
Belegt den Quark abschließend mit den hauchdünnen Radieschenscheiben. Ihr pfeffriger Biss vertreibt die Müdigkeit aus den Gliedern und erinnert den Gaumen daran, dass man noch am Leben ist.
*) Werte Reisende, hier muss ich einmal einhaken:
„Gühende Pfanne“ ist natürlich lyrischer Mummenschanz… Man kann den Teig selbstverständlich in eine „rotglühende Pfanne“ werfen, aber das Ergebnis dürfte anders ausfallen als geplant. Von daher eine kleine Erklärung, was damit wirklich gemeint ist:
- Für das Backen von Fladenbrot in einer trockenen Pfanne sind etwa 200 °C – 220 °C tatsächlich der korrekte und angestrebte Temperaturbereich.
- Die Pfanne hat den optimalen Punkt erreicht, wenn ein Wassertropfen auf der Oberfläche nicht sofort verdampft, sondern als Kugel perlend über das Metall tanzt (Der „Leidenfrost-Effekt“).
- Achtet darauf, dass a. die Pfanne nicht zu lange auf dem Herd steht, und b. der Herd nicht unbeaufsichtigt ist – also die Platten auch überwacht werden müssen.
Und mit Worten übergebe ich das Wort wieder an meinen geschätzten Barden Fian 🙂
Gunnar
