Hallo Freunde aus Wolfsrudel und Fuchs-Sippe, ich freue mich, dass Ihr wieder den Weg hierher gefunden habt. Setzt Euch doch an mein Lagerfeuer, und lauscht und verweilt.
Also ich habe mich ja lange davor gedrückt, aber irgendwann muss ich mal damit anfangen, das Thema „Akkorde“ anzusprechen. In früheren … ja Geschichten, Berichten, Posts.. keine Ahnung, auf jeden Fall, da habe ich letztendlich doch ziemlich eindringlich davor gewarnt, Akkorde zu spielen. Der Hintergrund ist, dass eine Laute eben nicht wie ein normales Musikinstrument funktioniert, sondern launisch ist – letztendlich auf den Punkt gebracht geht es darum, dass jeder Ton beim Spielen mit der Laute aushandelt, wie er zu klingen gedenkt, und das macht ein reines Akkordspiel zur Begleitung irgendwie zur Herausforderung.
Bei 15 Saiten auf 8 Chören wird die Sache noch ein wenig kniffliger, weil eben viele Saiten auf einmal nicht gespielt werden dürfen,da sie nicht passen, und damit kann man nur in den wenigsten Fällen wirklich einen Akkord durchstreichen wie man es von einer Gitarren gewohnt ist (egal, ob 6 oder 12 Saiten), es geht einfach nicht, ohne dass es einfach nur gruselig klingen wird oder nach 2-3 Akkorden die Eigenschwingung des Musikinstruments so überfordert, dass sich ein nicht näher erkennbarer Klangmatsch aufbaut.
Das ist für sich betrachtet beim Spielen schon so eine Sache, weil die leeren Saiten passiv mitschwingen. Beim Akkordspiel legt man als ambitionierter Lautenspieler noch eine Schnitte drauf: Da wäre zum Beispiel das Problem der Anzahl der Finger…
- Insgesamt stehen 4 Finger zum Greifen zur Verfügung,
- Mit Barré – Grifftechniken kann man noch einen halben Finger hinzuschummeln
- Und viele volle Akkorde brauchen 5 – 6 Finger
Daraus ergeben sich 2 interessante Herausforderungen:
1. Man kann nicht alle Töne durchschlagen
2. Man kann differenzieren, ob man den tiefen oder den hohen Akkord spielen will
Bedeutet:
Wenn man einen Akkord sauber zerlegt und spielt, kann man eine unglaubliche faszinierende Tiefe erzeugen, die eine moderne Gitarre niemals erreichen kann, eben weil die Mitteltöne den Akkord ausmachen. Da jetzt noch die Laute die Frechheit besitzt jeden Ton in Echtzeit abzuwandeln und das Klangbild zu ändern, ergibt sich eine schier endlose Möglichkeit an Nuancen in den Klangbildern, was die Angelegenheit schwer zu beschreiben macht … Man kann nämlich alles richtig gemacht haben, aber es klingt einfach „grotte“.
Jetzt gibt es beim Akkordspiel gerade wegen der vielen Saiten sehr unterschiedliche, aber sehr interessante Ansätze. Und ja, lustigerweise gibt es für jeden dieser Ansätzen kaum eine Möglichkeit, einen Akkord sauber durchzustreichen, außer, alle Saiten müssen gespielt werden und sind wirklich auch in einer Reihe verfügbar – was eigentlich niemals vorkommt. Dazu werde ich zu späterer Stunde noch was erzählen, dieses Mal beschäftigen wir uns mit Kernakkorden ohne Beiwerk.
Diese Akkorde verzichten auf alles, was in den Grenzbereich der Spielbarkeit gehen und kommen in der Regel mit maximal 3 Fingern aus. Als Nebeneffekt wirken diese auf einer Laute nach F gestimmt extrem rauchig und düster oder melancholisch. Die wollen wir uns heute einmal anschauen – und ganz ehrlich, das reicht auch fürs Erste da gibt es so viel zu Üben mit, dass langt für eine ganze Weile.
Bevor jetzt allerdings die Akkorde kommen: Seid gewarnt – Akkordspiel auf einer Laut ist … nennen wir es speziell. Am besten wirken diese Akkorde, sobald man sie zerlegt und langsam genug spielt, dass jeder Ton einzeln die ihm zustehende Würdigung erhält. Wer zu schnell oder hektisch spielt, wird am Ende nicht dynamischer wirken, sondern eine hysterische Grundstimmung hervorrufen – etwas, das genau das Gegenteil von dem ist, was eine Laute aus sich selbst heraus darstellt.
Bedenke: Eine Laute ist kein perkussives Schlaginstrument, sondern ein vokaler Pol der Ruhe, bei der die Klangbilder durch einzelne Töne gewebt werden müssen. das braucht Zeit, und sorgt für ein in sich langsameres und ruhigeres Spiel. Das schnellere Spiel ist den Bordun – Ton begleiteten Einzelmelodien vorbehalten.
So, aber lange Vorrede, hier sind nun die versprochenen Akkordlisten.

Eine Standard-Bibliothek für die 8-chörige Laute mit Knickhals und F-Stimmung, 415 Hz)
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Akkord-Tabelle (0=leer gespielt, X=nicht spielen) |
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C-Dur (C) – 3 Finger 1 (g‘) : 0 |
D-Dur (D) – 2 Finger 1 (g‘) : X |
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E-Dur (E) – 3 Finger (Teil-Barré) 1 (g‘) : X |
G-Dur (G) – 1 Finger (Barré) 1 (g‘) : 0 |
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F-Dur (F) – 1 Finger 1 (g‘) : X |
A-Dur (A) – 3 Finger 1 (g‘) : X |
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Em (E-Moll) – 3 Finger 1 (g‘) : 0 |
Am (A-Moll) – 2 Finger 1 (g‘) : X |
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Dm (D-Moll) – 1 Finger 1 (g‘) : X |
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Zusätzlich gibt es noch Dsus 2 (D suspended 2):
Durch das Weglassen der Terz entsteht ein offener, schwebender und fast schon mystischer Klang. Er drängt massiv nach vorn und eignet sich hervorragend, um in Überleitungen oder als Intro Spannung aufzubauen, bevor er sich kraftvoll in ein D-Dur oder D-Moll auflöst.
Dsus2 – 2 Finger
Dsus2 – 2 Finger
1 (g‘) : X
2 (d‘) : 2 (Ringfinger)
3 (a) : 0
4 (f) : X
5 (c) : 2 (Zeigefinger)
6 (G) : X
7 (F) : X
8 (D) : 0
So, werte Reisende, das war es auch für heute 🙂
Bis zum nächsten Mal!
