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Die Schattenmärchen

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Zeitreisen für Anfänger

Posted on Mai 7, 2026Mai 7, 2026 by admin

Warum gestern heute eigentlich schon fast übermorgen ist

Ok, legen wir die Fakten einmal auf den Tisch:

Wir schreiben den 7. Mai im Jahre 2026 – ein herrlicher Tag, vielleicht etwas kühl und zu unbeständig, um gedankenlos im T-Shirt draußen zu sitzen, aber das soll uns nicht stören, denn die Sonne scheint jeden Tag ein paar Minuten länger und intensiver. Und dann kommt das:

Die Osterdekoration für das nächste Jahr ist bereits in Planung, im Design, ja, fast schon fertig gepackt für die Auslieferung! ~~WÄMM!~~ Praktisch gesehen sind wir als Konsumenten Opfer einer Zeitdilatation, die selbst Science-Fiction-Autoren schwindelig werden ließe und die keine Wünsche offenlässt. Erinnert Ihr Euch noch an den 12. Januar? Ja genau, der Tag, an dem der Weihnachtsbaum gerade erst fachgerecht entsorgt (oder aus dem Fenster geworfen) wurde, und diese nervige „Last Christmas“ – Dauerschleife im Radio endlich abebbte. Und wie es immer so ist – während wir noch so versuchten, den Winterspeck mit guten Vorsätzen zu bekämpfen, standen sie schon da. Schokohasen! Kaum war die letzte Christbaumkugel im Karton verschwunden, begann der Osterhasenkonsumterror.

Und um das noch auf die Spitze zu treiben: Einige Discounter hatten schon am 1. Januar mit den Resten der Osterdeko vom letzten Jahr aufwarten können und waren damit so richtig früh in Startposition. Man hatte das Gefühl, der Weihnachtsmann hätte im Lager nur kurz den roten Mantel gegen lange Löffel getauscht. Und seien wir mal ehrlich: So lange ist das doch nun wirklich nicht her, dass sich heimlich Stubbs, der kleine Osterhase in die Spotify-Liste schummelte, wie auch immer er das hinbekam.

Und heute?

Jepp, nach gut 19 Wochen hat man das „Last Christmas“-Trauma endlich überstanden, überlebte vor knapp 4 Wochen die große Osterhasenwanderung, denkt sich nichts Böses, und da liegt schon das nächste „Power-Event“ bereits in den Startlöchern.

Das Kabinett der Absurditäten geht ungehemmt in die Verlängerung:

Heute genießen wir den 7. Mai, und in ziemlich genau drei Wochen ist der Sommer quasi schon wieder Geschichte. Einfach, weil dann der Sommerschlussverkauf durchstartet, darum. Und ja, das muss man sich mal ganz in Ruhe durch den Kopf gehen lassen: Bevor man überhaupt auch nur ansatzweise die Chance hatte, sich am ersten Sonnenbrand des Jahres zu erfreuen, wird die Badebekleidung bereits als „Auslaufmodell“ deklariert. Wer gegen Ende Juni dann eine Badehose sucht, weil es endlich richtig sommerlich ist, wird behandelt wie ein Archäologe, der nach Relikten längst vergangener Epochen gräbt: „Wie jetzt, Bademode im Juni? Ne, probieren Sie es mal im Antiquariat in der Auslaufecke, wir haben jetzt die neueste Thermo-Unterwäsche für den Frühherbst ausgepackt!“

Die Sonnenwende im Schatten der Lebkuchenschwämme …

Nun gut, wir haben jetzt erst einmal Mai, und in etwa 6 Wochen kommt die Sommersonnenwende. Das ist ein kosmischer Fakt, und nüchtern betrachtet auch so lange gar nicht mehr hin. Es winkt uns der längste Tag, die kürzeste Nacht, und ja, je weiter man nach Norden reist, desto weniger geht die Sonne unter. Eigentlich sollte man jetzt meinen, dass der Sommer ab jetzt so richtig Gas gibt und bis zur herbstlichen Tag-Nacht-Gleiche wirklich viele Gründe für den Sommer liefert, aber falsch gedacht: Das schwindende Sonnenlicht tanzt im Schatten der Lebkuchen. Der längste Tag des Jahres ist ein Grund zum Feiern? Höchstens für kurzfristige PR-Aktionen, aber nicht für die Logistikzentren.

Sobald die Sonne ihren Zenit überschritten hat und die Tage nur um drei Millisekunden kürzer werden, fällt in der Schokoladenfabrik der Startschuss … Denn vom heutigen Maitag aus gerechnet  in etwa 16 bis 17 Wochen – also, wenn wir eigentlich gerade erst gelernt haben, wie man „Aperol Spritz“ fehlerfrei ausspricht – müssen sie parat stehen:

Dominosteine, die Vorhut einer Spekulatius-Armee, besetzen die Regale, und das, während wir noch bei 30 Grad im Schatten verzweifelt versuchen, den schmelzenden Asphalt von den Schuhsohlen zu kratzen.

Und dazwischen?

Ja, auch daran wurde gedacht, denn für das kurze Intermezzo zum 31.10. werden ein paar der bunten Kugeln für Weihnachten noch mal mit gruseligen Halloweendekors verpackt, und bevor der Winter überhaupt richtig beginnt, startet auch schon ein Winterschlussverkauf.

Wir leben also in einer voll durchgeplanten Zukunft rosigen Konsums. Die Wirtschaft ist uns inzwischen immer zwei Schritte voraus. Wir kaufen Winterstiefel bei Hitzewellen und Sonnencreme im Schneesturm. Eigentlich ist es ein Wunder, dass uns heute am 7. Mai noch niemand ein „Frohes Neues Jahr 2027“ gewünscht hat – wahrscheinlich ist die entsprechende Grußkarte nur gerade im Rückstand.

Mein Tipp:

Nutzt die nächsten 21 Tage! Es ist die einzige Phase im Jahr, in der man im Supermarkt nicht das Gefühl hat, im falschen Film (oder der falschen Jahreszeit) zu sein.

Ab Juni wird’s dann wieder festlich – und der Wahnsinn beginnt von vorn.

Ob ihr wollt oder nicht!

In diesem Sinn einen schönen Mai 🙂

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